Welcher Hund - und woher?

Diese Überlegung sollte wirklich reifen, ein Hundekauf darf keine hauruck Aktion sein, und schon gar nicht aus einer Emotion heraus stattfinden, weil der Hund so arm ist.

Hunde kann man sich kaufen bei:

- Einem Züchter (Rasse)
- Einer privat Person (Rasse oder Mischling)
- Dem Vermehrer
- Bei einer Tierauffangstation/Tierheim
- Bei einem Hundehändler
- Im Ausland auf Tiermärkten

Es gibt sicherlich noch mehr Möglichkeiten, auf diese hier wollen wir aber näher eingehen.

Zuerst sollte man sich einmal die Eigenschaften des Hundes überlegen. Was will ich mit dem Hund machen. Sportlich betätigen, Haushund, Hütehund usw.

Wie groß soll er sein. Man bedenke auch den Transport im Auto, wo manche Leute mit einer z.B. Dogge doch ein erhebliches Problem haben.

Kann ich mir den Hund in der Erhaltung leisten? Versicherung, Anmeldung, Futter, Tierarzt, Ausstattung...
Habe ich genug Zeit für den Hund? 8 Stunden alleine zu Hause ist wohl kein schönes Hundeleben...
Habe ich jemanden für den Hund, wenn ich auf Urlaub bin?
Rassebedingt braucht jeder Hund ein etwas anderes Programm ;-)
Nur nach der Optik sollte man also nicht gehen.

Was bin ich für ein Typ Mensch? Danach sollte sich auch das Wesen vom Hund richten!

Lange Rede kurzer Sinn! Man weiß nun welchen Hund man haben möchte, und ist sich über die Rasseigenschaften klar. Bei einem Mischling kommen eben verschiedene Eigenschaften zum Einsatz, dafür hat man hier auch sozusagen ein Unikat ;-)

Der Züchter

Das ist nun ein etwas schwieriges Kapitel und man sollte einmal verstehen wie sich alles zusammensetzt.

Also: Da gib es nun die FCI. Die Fédération Cynologique Internationale, kurz FCI, ist der größte kynologische Dachverband. Ihr Sitz ist Thuin (Belgien).

Die FCI dient gemäß ihren Statuten dem Zweck, die Zucht und Verwendung von Rassehunden sowie die Kynologie und das Wohlergehen (???) der Hunde weltweit zu fördern. Sie veröffentlicht Rassebeschreibungen in ihren Arbeitssprachen: Englisch, Französisch, Deutsch und Spanisch. Ihre Reglements sehen die ausschließliche gegenseitige Anerkennung der Zuchtbücher ihrer Mitglieds- und Partnerverbände vor.

Einziges Mitglied bei der FCI in Österreich ist der Österreichischer Kynologenverband (ÖKV).

SO. Nun geht der Kunde zum Züchter XY, welcher aber nicht über den ÖKV züchtet, sondern über einen anderen Verein, welcher aber wiederum beim ÖKV nicht anerkannt ist, bekommt keine ÖKV Ahnentafel, sondern eine vom Verband XYZ. Der Hund gilt nun beim ÖKV als Mischling.

Der ÖKV hat gewissermaßen eine Monopolstellung in Österreich und auch eine gewisse Macht.
Es kommen aber immer mehr "andere" Verbände zum Vorschein, die sich vom ÖKV abwenden, ihr eigenes Ding durchziehen und andere - aber keine ÖKV - Ahnentafeln haben.

Was hat es mit der Ahnentafel auf sich?
Darin sieht man die Abstammung des Hundes, also Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, mütterlicher und väterlicher Seits.

Ein Hund kann nur in die Zucht wenn dieser gesund ist, aber hier wird auch allerhand Schindluder getrieben. Hauptsche Zucht, Hauptsache Geld...

Also, grundsätzlich: Wer mit einem Hund selbst züchten möchte, und das über den ÖKV, sollte sich einen Hund aus einer ÖKV Zucht nehmen, da gibt es die wenigsten Probleme wenn man Papiere (Ahnentafeln) und eine ÖHZB (öster. Zurchtbuchnummer) haben möchte!

Will man das nicht, kann man sich jeden anderen Züchter auch aussuchen, Ahnentafeln sind dann eher zweitrangig, da gibt es wichtigere Dinge zu beachten.
Auch ein Hund aus einer ÖKV Zucht bringt nicht automatisch ein Gütesiegel mit.

Die Privatperson/Der Hobbyzüchter

Auch Privatpersonen züchten hin und wieder mit 2 reinrassigen Hunden, haben aber keine Papiere (Ahnentafeln dazu).

Wie schon oben erwähnt, will man nicht selbst eine ÖKV Zucht, ist das eher zweitrangig.
Wichtig ist jedoch auch hier, beide Hunde sollten gesund sein und frei von Erbkrankheiten.

Oft werden auch absichtlich 2 verschiedene Rassen miteinander verpaart, wobei ich persönlich absolut nichts einzuwenden habe. Wenn das Wesen der beiden Rassen ok ist, die Hunde gesund sind? Why not.
Natürlich gibt es hier auch einige Aspekte zu beachten...
Ohhh. Da werden nun viele Rassehundezüchter aufschreien.

Erfahrungsgemäß kann ich sagen, dass der Mischling heutzutage sicherlich der gesündere Hund auf Dauer ist. Ich habe auch gesunde reinrassige Hunde im Training, aber mehr gesunde Mischlinge.

Der Vermehrer

Haben meist eine Homepage mit 2 oder 3 Zuchthunden, haben in Wirklichkeit aber sogar 10 Hündinnen, welche bei JEDER Läufigkeit gedeckt werden. Massenware. Elterntiere gesund oder nicht. Hier wird vermehrt was das Zeug hält. Oftmals wachsen die Welpen hier gar nicht so schlecht auf, nur die gesundheitliche Frage ist eine andere. Dafür sind sie günstig. Meist so um die € 350 - € 400,-.
Absolut abzuraten. Fast immer krank!

Tierauffangstation/Tierheim
Meistens gibt es hier die "second hand" Hunde mit ungewisser Vergangenheit. Man kann Glück haben, oder auch nicht. Der Hund kann auf ewig dankbar sein, oder sich zu einem riesen Problem entwickeln.
Gewöhnlich ist der Hund nach einem Monat im neuen Heim, so wie er wirklich ist. Er muss erst einmal auftauen, dann sieht man was man hat. Würde mir so einen Hund auf Probe nehmen, kann man sicherlich vereinbaren.

Hundehändler
Sind meist im Internet auf diversen Hundeplattformen vertreten. Man erkennt sie schwer, aber die Hunde sind billig. Die Hunde werden in richtigen Hundevermehrungsanlagen geboren, leben mit der Mutterhündin meist auf 1,5 m² und kommen viel zu früh von der Mutter weg.
Die absolut wichtige Prägephase kann man sich denken und die meisten Hunde haben schlicht und ergreifend einen Knall, der auch bis ans Lebensende nicht mehr oder nur schwer weg geht!
Es werden Treffpunkte vereinbart, bei denen dann einige Welpen zur Auswahl gezeigt werden. Die Impfausweise sind sowieso alle gefälscht und die Hunde sind zu 99% krank.
Rechnet man da die Tierarztkosten die auf einen zukommen, bin ich bei einem 10 fachen des Kaufpreises oder sogar darüber.
Absolut abzuraten.

Im Ausland auf Tiermärkten
Ähnlich den Hundehändlern. Billig, Massenware, krank. Man muß schon ein enormes glück haben um hier nicht einzufahren. Inzucht ist auch hier ein Thema.
Absolut abzuraten.
Die Nachfrage regelt - wie bei den Händlern - den Markt. Keine Nachfrage - kein Markt!

So, wonach suche im mir nun einen Welpen aus?
Das Vatertier sieht man eher selten, da die Hündin zum Rüden zum Decken fährt, das kann auch schon mal 800 km weit weg sein. Bei einigen Züchtern ist der Rüde auch vor Ort.

Was ich aber mit Sicherheit immer sehen kann ist das Muttertier, außer sie wäre natürlich bei der Geburt gestorben, das ist jedoch eher sehr selten.

Manche Hundemütter sind lieb und nett, manche eher sehr hantig, weil sie um die Jungen besorgt sind. Sehen sollte man sie aber jedoch immer können.

Man sollte darauf achten, ob die Mutter ein Gesäuge hat, sprich große Brustwarzen mit Milch gefüllt, so kann ich schon mal davon ausgehen, dass diese auch wirklich die Mutter ist.

Es kann nämlich auch sein, dass ein Züchter zwar eine Hündin hat, sich jedoch 8 Welpen mit 5 Wochen bei einem Händler gekauft hat.
Es kann auch sein, dass ein Züchter eine Hündin hat, welche 2 Junge zur Welt brachte und sich der Züchter dann 6 von einem Händer für billiges Geld holt. In diesem Fall hat die Mutter natürlich ein Gesäuge.

Gut beraten ist man, wenn man die Welpen VON GEBURT an beobachten kann. Jeder gute Züchter dokumentiert ohnehin alles. Geburtsfotos, Gewicht des Welpen usw.
Da kann eigentlich fast nichts in die Hose gehen.

Sind die Welpen 5 bis 6 Wochen alt und man darf sie besuchen, sollten die Welpen auf einen zustürmen, freudig und überhaupt nicht scheu sein.
Verkriechen sich die Welpen im letzten Loch, sollte man ehestmöglich das Weite suchen.

Ein guter Züchter hat einen Welpengarten (outdoor oder indoor - je nach Jahreszeit), der keine Wünsche offen läßt. Die Prägephase ist mitunter die Wichtigste (von Geburt bis zur 8 Woche). Danach kommt die Sozialisierungsphase (von der 8. bis zur 16. Woche). Alles was der Welpe in dieser Zeit lernt, lernt er fürs Leben!

Je besser der Welpe geprägt ist, um so weniger Probleme wird man später damit haben.

Einfach gesagt: Die beste Welpenaufzucht ist, wenn die Wurfkiste bei einer Großfamilie 8 - 10 Wochen in der Wohnküche steht und die Zwerge eine richtige Geräusch,- und Erlebniskulisse geboten bekommen :-)
Mit Garten natürlich, aber das sollte klar sein!

Ein Vergleich von meinen 2 Schapendoes:

Maya aus der Schweiz, mit einem TOP Welpengarten (fast so wie meine Welpentrainingshalle), liebevollen Züchtern, welche sehr viel mit den Welpen unternommen haben. Kaufpreis € 1.360,-.

Dakota aus Ungarn, welche nur die Wurfkiste und das Wohnzimmer gesehen hat. Vielleicht ab und zu mal in den Garten durfte. Auch eine liebevolle Züchterin, sehr sogar. Aber von Welpenprägung leider gar keine Ahnung. Kaufpreis € 750,-

Aus heutiger Sicht würde ich jederzeit wieder € 500,- drauflegen! Es sind einfach Welten dazwischen!
Natürlich habe ich Dakota auch schon sehr viel beigebracht. Als Hundetrainer tu ich mir da leicht.
Aber es war jede Menge Arbeit auch nur annähernd den Status von Maya zu erreichen.

Ob nun mit Papieren oder ohne, das muss jeder für sich entscheiden. Wichtig ist, wie der Welpe aufwächst. Er muss auch MEHRFACH entwurmt werden, und bei der Abgabe gechipt und geimpft sein. Ein Heimtierausweis ist Pflicht, ein EU Pass sollte aber selbstverständlich sein.
Immer mehr veranwortungsvolle Züchter impfen jedoch nicht mehr, und überlassen die Entscheidung dem Käufer.
Nach vielen Erfahrungen durch meine Hundeschule und einem schmerzhaften Verlust eines meiner Welpen bedingt durch die Imfpung, gebe ich künftig meine Welpen auch nur noch ungeimpft ab. Ungeimpfte Hunde sind mittlweile schon gefragt von Menschen, die in der Humanwelt auch nichts mehr von Impfungen wissen wollen. Yes, me too.

Wer mehr wissen will, oder Rat braucht kann mich gerne anrufen. Auch für die Besichtigung eines Tierheimhundes stehe ich mit Rat und Tat gerne zur Seite.


Welpe oder Tierheim Hund
Ist auch noch so ein Thema...

Natürlich sind Tierheimhunde arm - keine Frage. Ich hatte auch einmal einen aus der Tötungsstation aus Nitra.

Es stellt sich nur die Frage, wo in der Kette greife ich ein.
Nehme ich mir einen Welpen, ist das am Anfang unter Umständen etwas mehr Arbeit, aber ich weiß was ich habe. Der Welpe wird bei mir glücklich und zufrieden aufwachsen.

Nehme ich mir einen Tierheimhund, rette ich diesen zwar aus dem Tierheim, weiß aber nicht um die Vergangenheit bescheid und kann Glück, aber auch enormes Pech haben.

Hätte ich mir statt dem Tierheimhund einen Welpen geholt, wird der nie im Tierheim landen und wächst bei mir - wie gesagt - glücklich und zufrieden auf.

Nehme ich den Tierheimhund, nimmt sich den Welpen ein anderer, der Welpe hat Pech und kommt ins Tierheim wenn er älter ist.

Ich persönlich hatte beides und für mich kommt nur noch ein Welpe in Frage. Aber da denkt sicher jeder anders, und man muss die eigenen Erfahrungen machen.

Ein guter Züchter, kann auch gutes Geld verlangen. Ob nun mit - oder ohne Ahnentafeln.
Die Arbeit liegt in der richtigen Wahl des gesunden und wesensfesten Hundepartners, Aufzucht und der Prägung, nicht auf einem Stück Papier!

Ein schlechter Züchter, sollte wenig Geld verlangen. Ob nun mit - oder ohne Ahnentafeln. Oder besser gesagt den "Job" an den Nagel hängen.

Hier zwei Fotos. Links das von einem Vermehrer... (ohne Worte).
Rechts der Welpengarten von meiner Maya aus der Schweiz. Der Unterschied ist nicht schwer zu erkennen.

Man sollte die Aufzucht der Welpen unbedingt mitverfolgen können. Ihr könnt Euch gerne von meiner Züchterseite einmal ein Bild machen. Hier stehen alle Ereignisse - positive als auch negative - genau dokumentiert drinnen.

Grundsätzlich aber:
Hätte JEDER Welpe eine solide Grundausbildung - im Welpenalter, wären die Hundebesitzer auch besser geschult, es gäbe VIEL WENIGER Probleme, und dadurch kommen auch weniger Hunde ins Tierheim!
Das ist Fakt!